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ALTERSVORSORGE BRAUCHT RISIKO

 "Sparbücher und Festgelder führen zum Kaufkraftverlust"

Viele Deutsche setzen bei der privaten Altersvorsorge auf vermeintlich risikolose Anlageformen wie Sparbücher oder Festgelder. Nach Berechnungen des Instituts für Vermögensaufbau (IVA) ist das ein fataler Fehler. Wir sprachen dazu mit dem Chef des IVA, Dr. Andreas Beck. Ruhestandsmonitor: Herr Dr. Beck, die Deutschen lieben Geldanlagen wie Sparbücher oder Festgelder wegen ihrer Sicherheit, liegen sie damit richtig? 

Andreas Beck:

 Nur wenn es um Gelder geht, die kurzfristig verfügbar sein sollten. Ansonsten führt die Inflation zu einem laufenden Kaufkraftverlust der Ersparnisse. 
Ruhestandsmonitor: Geben nicht die Kursstürze an den Börsen in der Finanzkrise oder nach dem Zusammenbruch der so genannten „dot-com-Blase“ im Jahr 2000 den Skeptikern unter den Deutschen Recht, was die Geldanlage in Aktien angeht? 

Andreas Beck:

 Am Ende steht und fällt unser Wirtschaftssystem mit der Ertragskraft der Privatwirtschaft. Auch der Staat lebt nur von seinem Steuermonopol, mit dem er an diesen Erträgen partizipiert. Man kommt also an der Privatwirtschaft nicht vorbei und am effizientesten ist es, als Aktionär direkt von diesen Erträgen zu profitieren. 
Ruhestandsmonitor: Sie haben eine Risikoampel für Anlageprodukte entwickelt. Was war die Idee dahinter? 

Andreas Beck:

 Klassische Risikokennzahlen, wie der Value at Risk, sind für Haltedauern von bis zu 10 Tagen entwickelt worden. Dafür reichen die heute üblichen Rechenmethoden, bei denen die historischen Kursschwankungen zwecks Risikobewertung fortgeschrieben werden. Für das Anlageziel von Privatanlegern, das in der Regel zwischen drei und 30 Jahren liegt, halten wir diese Messmethode aber für fahrlässig. Um hier Risikobewertungen zu treffen, reicht es nicht aus, historische Kursschwankungen zu verwenden. Je länger der Anlagehorizont, umso wichtiger werden fundamentale Risiken wie Demographie oder Staatsverschuldung, um nur zwei zu nennen. Unsere Risikoampel berücksichtigt solche qualitativen Daten unter der Verwendung so genannter hybrider Stresstests und zeigt Risiken in Abhängigkeit vom jeweiligen Anlagehorizont an. 
Ruhestandsmonitor: Welche Rolle spielt in Ihrem Modell die Volatilität der einzelnen Anlageform? 

Andreas Beck:

 Die Bedeutung der historischen Kursschwankungen ist umso schwächer, je länger der Anlagehorizont. 
Ruhestandsmonitor: Auf was sollten Investoren bei hohen Renditeversprechungen achten? 

Andreas Beck:

 Den Anlegern sollte klar sein, dass es Überrenditen nicht geschenkt gibt. Diese sind immer Risikoprämien oder Managementleistung. Hier sollte der Investor hellhörig sein. Das Spiel der Vermögensverwalter besteht darin, Risikoprämien in guten Zeiten zu vereinnahmen und den Anlegern zu suggerieren, es sei eine Managementleistung gewesen. In der Krise ist der Anleger dann überrascht, dass seine Verluste viel höher als erwartet ausfallen. 
Ruhestandsmonitor: Wo sehen Sie die Grenzen der Risikomessung? 

Andreas Beck:

 Man unterscheidet zwischen kumulierenden und plötzlichen Risikoereignissen. Nur erstere kann man in einem Modell darstellen. Die Krise am neuen Markt und die Einbruch der verbrieften US Immobilienkrediten war kumulierend. Hier hat sich eine Blase aufgebaut und ist dann geplatzt. Der Terroranschlag auf das World Trade Centre oder die Bilanzfälschungen von Enron waren plötzliche Risikoereignisse. Gegen erstere kann man sich schützen, gegen letztere ist man machtlos. 
Ruhestandsmonitor: Die private Vorsorge wird immer wichtiger. Welche Anlageformen eignen sich laut der Risikoampel hierfür besonders? 

Andreas Beck:

 Die Empfehlung, beim Aufbau der Altersvorsorge komplett auf Risiken zu verzichten, ist nicht sonderlich sinnvoll. Es kommt auf das Verhältnis von Chance und Risiko an. Daher sind aktienlastige Mischfonds mit niedrigen Gebühren die beste Alternative. Zum einen schafft die breite Risikostreuung dieser Anlageform Sicherheit für die Investoren. Zum anderen liegt die Renditeerwartung gerade bei einem langen Zeithorizont hoch genug, um eine nennenswerte reale Rendite, als eine Rendite nach Abzug der Inflationsrate, zu erwirtschaften. 
Ruhestandsmonitor: Was müsste sich ändern, damit die Deutschen mit dem Thema Geldanlage rationaler umgehen? 

Andreas Beck:

 Ich denke die letzte Krise hat gezeigt, dass die Deutschen schon sehr rational mit Geld umgehen. Zumindest wesentlich besser, als zu Zeiten des Neuen Marktes.

 

http://www.ruhestandsmonitor.de/index.php?hp=292



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